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Klare Kante zeigen!?

Vortrag von Johan Ulvenlöv

Klare Kante zeigen!?

Johan Ulvenlöv in Leipzig Christian Quednow Johan Ulvenlöv in Leipzig

Unter dem Titel "Dialog oder klare Kante?" diskutierten wir mit Johan Ulvenlöv vom schwedischen Gewerkschaftsbund über den Umgang mit rechtspopulistischen Parteien.

In Schweden gab es mit dem Beginn des großen Flüchtlingsstromes im Sommer 2015 einen Aufwind für die bis dahin politisch isolierten Schwedendemokraten, eine rassistische, nationalistische Partei, die mit Populismus und Hetze gegen Geflüchtete auf Stimmenfang gingen und zunächst Erfolge und konstante Umfragewerte von knapp 20% einfahren konnten.

Es gibt viele Parallelen zur AfD: Die Hetze gegen Flüchtende und Minderheiten, ein bemüht bürgerliches Auftreten bei gleichzeitiger Vernetzung mit militanten Faschist_innen.

Der schwedische Gewerkschaftsverband „Landsorganisationen i Sverige“ (LO) organisierte Kampagnen um die Zustimmung zu den menschenfeindlichen Positionen der Schwedendemokraten in den eigenen Reihen und in der gesamten Gesellschaft zurückzudrängen - aktuell haben die Schwedendemokraten rückläufige Umfrageergebnisse, was auch massiv den Kampagnen des LO zu verdanken ist.

Mit einem sehr schmalen Budget und wenig Personal wurden vor allem in den Sozialen Medien Kampagnen gestartet, welche die Bürger_innen zum Nachdenken und vor allem auch Analysieren der von LO verbreiteten Informationen veranlasst hat.

Das Fazit der Veranstaltung fiel realtiv eindeutig aus: Es muss klare Kante gezeigt werden, wo Positionen von den satzungsgestützten Grundfesten der Gewerkschaften abweichen. Ein Dialog macht nur dann Sinn, wenn die andere Seite auch bereit ist, Argumente nachvollziehen zu wollen - dies ist, zumindest in Schweden, nur sehr selten der Fall.